Zurück
Seite durchblättern:

Da beißt die Maus keinen Faden ab: Improvisationen von Sprichwörtern und Redensarten

 

Unter dem Motto „Wir schwammen durch den Wörtersee, wir schlichen durch den Lesesaal, wir krochen durch den düsteren Keller – wir hatten einen Stift dabei und einen schweren Duden, und wir hatten keine Angst!“ stimmte die Improvisationstheatergruppe aus Halle ihr Publikum auf das Geschehen ein.
Ein Zylinderhut diente als Sammelbecken für Zettel mit Redewendungen und Sprichwörtern, die zuvor von Besuchern und Mitarbeitern der Stadtbibliothek aufgeschrieben wurden.

 

Das Ensemble, bestehend aus zwei Spielern, fünf Spielerinnen und zwei Musikerinnen (Akkordeon und Violine), erfand einen improvisierten Roman, dessen Kapitelüberschriften den Redewendungen, Redensarten und Sprichwörter aus dem Hut entnommen waren.
Weitere Szenen entstanden durch Zurufe aus dem Publikum.

Auf diese Weise wurde dem Affen (viel) Zucker gegeben, es blieb kein Auge trocken, eine Szene nach der anderen wurde zum großen Vergnügen des Publikums aus dem Ärmel geschüttelt.
Es folgte ein gespieltes Interview zwischen Moderatorin und Forscherin zu Themen „heißes Eisen“, „Dreck am Stecken“ und anderen.

 

 

Redewendungen zu erraten, die in der Art des Spiels „stille Post“ dargestellt und abgewandelt wurden, war die Aufgabe von Spielern, die zuvor den Raum verlassen mussten. Es war zu erwarten, dass diese dann zunächst nur „Bahnhof verstehen“ konnten, so dass schließlich sogar „der Hund in der Pfanne verrückt“ werden musste.

Eine musikalische Improvisation zu einem vom Publikum vorgeschlagenen Buchtitel („Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“) zeigte das Können der beiden Musikerinnen und fand ebenfalls viel Beifall.

Zum Schluss improvisierte die Spielertruppe noch in Windeseile einen Pop-Song zur Redewendung „Klappe zu, Affe tot“.

So viel Spaß kann Beschäftigung mit Sprache machen!
Eine Besucherin nahm Bezug auf meine Einführung zu diesem Abend und meinte: „Experiment geglückt“.

Hildegard Labenz